Ab dem Jahr 2020 darf Thermopapier nicht mehr hergestellt werden

Bisphenol A (CAS-Nummer 80-05-7) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Diphenylmethan-Derivate und eines der Bisphenole. H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen (Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen) Ab dem Jahr 2020 darf Thermopapier, das Bisphenol A in Konzentrationen von 0,02 Gewichtsprozent und darüber enthält, nicht auf den Markt gebracht werden. Bisphenol A ist außerdem aufgrund seiner Beeinträchtigung der menschlichen Fruchtbarkeit und der schädigenden Wirkung aufs Hormonsystem (sowohl beim Menschen als auch bei Umweltorganismen) in der Kandidatenliste für sehr gefährliche Stoffe gelistet. Bei Anfrage von KonsumentInnen besteht eine Informationspflicht des Händlers bezüglich der Gefährlichkeit und sicheren Verwendung (gemäß Art.33 der REACH-Verordnung). Bisphenol A ist durch die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff als Ausgangsstoff für die Erzeugung von Kunststoffen zugelassen. Es darf bei der Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien und -gegenständen aus Kunststoff verwendet werden, sofern der spezifische Migrationsgrenzwert von 600 µg BPA/kg Lebensmittel eingehalten wird (0,6 mg/kg Lebensmittel). In Österreich besteht ein zusätzliches Verbot der Verwendung von BPA in Beruhigungssaugern (Schnullern) und Beißringen (Verordnung BGBl. Die Europäische Richtlinie (2008/105/EG) zur Festsetzung von Umweltqualitätsnormen im Innern der Wasserpolitik gibt in Anhang I Qualitätsvorgaben für prioritäre Stoffe und bestimmte andere Schadstoffe vor. Für BPA ist kein Grenzwert vorgegeben. Derzeit ist BPA nicht als prioritärer Stoff oder als prioritär gefährlicher Stoff im Anhang X der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) gelistet. Für BPA in Oberflächengewässern gilt in Österreich ein Immissionsgrenzwert von 1,6 µg pro Liter. Dieser ist einzuhalten, damit ein Oberflächengewässer einen guten ökologischen Zustand aufweist. Dieser Grenzwert ist in der QZV Chemie OG (BGBl.

Die Absenkung des Migrationsgrenzwertes ist aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft ein großer Schritt in genau richtig Richtung. Ein – im Fernsehbeitrag gefordertes – vollständiges Verbot von BPA in Lebensmittelverpackungsmaterialien würde zum Einsatz von Ersatzstoffen führen, zu denen weit weniger wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen als zu BPA. Die Metallverpackungsindustrie geht davon aus, dass der neue Grenzwert eingehalten werden kann und verweist darauf, dass Zeit für die Erprobung und Bewertung von BPA-Ersatzstoffen erforderlich ist. Der Fernsehbeitrag vermischt offenbar bewusst missverständlich die Themen Lebensmittelkontakt und Arbeitsschutz. Sofern Bewertungen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Bezug genommen werden, ist darauf hinzuweisen, dass diese für den Bereich Lebensmittelkontakt nicht vor allem maßgeblich sind. Natürlich ist z. B. die tägliche Exposition eines Arbeiters in einer Epoxidharzfabrik anders zu bewerten als bei einem Verbraucher, der gelegentlich eine Konserve öffnet. Die ECHA muss im Hinblick auf andere Maßstäbe anlegen als die EFSA. Es kann festgehalten werden: Lebensmittel in Konserven stellen keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher dar. Gefährlich ist allein die Panikmache, die in der Berichterstattung über Lebensmittel mittlerweile zum guten Ton gehört.

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