Mehrwegflaschen, Einwegflaschen – Im Pfandflaschen-Wirrwarr

Das ist schwer zu sagen, weil die Umweltverträglichkeit von vielen Faktoren abhängt. Zudem spielt auch der Energieverbrauch bei Herstellung und Recycling oder in der Logistik eine Rolle. Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich, regional abgefüllte Mehrwegflaschen im Angebot – egal ob aus Plastik oder Glas. Beide lassen sich bis zu 50 Mal befüllen. Bei weiten Strecken aber ist die Plastikflasche im Vorteil: Weil sie leichter ist, verbraucht ein beladender LKW weniger Kraftstoff und stößt weniger Emissionen aus. Besonders schlecht in Sachen Umweltfreundlichkeit schneiden Glasflaschen ab, die nur einmal ausgenutzt werden, wie bei Wein oder Spirituosen. Bei alledem sich Glas hochwertig recyceln lässt, der Energieaufwand bei der Herstellung ist immens: Glas besteht hauptsächlich aus den Rohstoffen Sand, Kalk und Soda, die erst bei Temperaturen von bis zu 1500 Celsius schmelzen. Auch die Dose hat eine schlechte Umweltbilanz. Ihre Herstellung ist sehr energieintensiv, das Recycling kompliziert. So enthält eine Weißblechdose laut der Ökobilanz des Dosenverbands Beverage Can Makers Europe weniger als sechs Prozent Recyclingmaterial, Dosen aus Aluminium bestehen komplett aus neuem Rohstoff.

Der bisherige, in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegte spezifische Migrationsgrenzwert (SML) für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff wurde von 0,6 mg/kg Lebensmittel auf 0,05 mg/kg Lebensmittel abgesenkt (unter Anwendung eines Allokationsfaktors von 20 % zur Berücksichtigung anderer Expositionsquellen). Der gleiche SML gilt auch für beschichtete und lackierte Lebensmittelkontaktmaterialien, wenn die betreffenden Lacke und Beschichtungen auf basis von Bisphenol A hergestellt worden sind (betrifft v.a. Konservendosen). Damit werden auch diese Verwendungen erstmals EU-weit geregelt. Bei der Herstellung von Trinkgefäßen und Flaschen aus Kunststoff, die aufgrund ihrer auslaufsicheren Ausführung für Säuglinge und Kleinkinderbestimmt sind, darf Bisphenol A nicht im Umlauf sein (betrifft z. B. Trinklerntassen). Bei beschichteten oder lackierten Lebensmittelkontaktmaterialien, die spezifisch für bestimmte Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind (d. Übergang von Bisphenol A nicht erfolgen. Das bereits in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 geregelte Verwendungsverbot von Bisphenol A in Säuglingsflaschen aus Polycarbonat bleibt bestehen. Die Verordnung ist am 6. März 2018 in Kraft getreten. Wie geht’s weiter? Aufgrund noch ausstehender Studienergebnisse hatte die EFSA zunächst einen temporären TDI festgelegt. Die EU-Kommission hat der EFSA daher bereits ein weiteres Mandat zur Neubewertung von Bisphenol A erteilt. Diesbezügliche Arbeiten sind angelaufen. Beispielsweise wurde ein wissenschaftliches Protokoll für die bevorstehende Neubewertung der von Bisphenol A ausgehenden Gefahren verabschiedet. Dieses Protokoll legt einen detaillierten Plan zur vorgesehenen Bewertung, deren Umfang, Methodik und Datenanforderungen fest.

Viele Lebensmittelverpackungen umfassen Kunststoff. Endokrin aktive Substanzen stammen entweder aus den Bausteinen (Monomere) oder aus den Zusatzstoffen (Additive) der Kunststoffe. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich einer der Frage, ob die chronische Aufnahme von diesen schwach hormonell wirksamen Substanzen aus Lebensmittelverpackungsmaterialien ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Um dies bewerten zu können, braucht man wissenschaftliche Methoden. Bisher sind diese in ihrer Aussagekraft begrenzt: Sie erlauben einen Überblick über potenziell endokrin wirksame Substanzen in Materialien (Screening-Verfahren) und sie können die hormonartigen Wirkmechanismen einzelner Substanzen in vitro, i. e. in vitro, klären. Für eine wissenschaftliche Risikobewertung reicht dies nicht aus, weil häufig unklar ist, inwieweit sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Eine allgemein akzeptierte Vorgehensweise für den Nachweis von endokrinen Substanzeigenschaften existiert im bereich der Lebensmittelbedarfsgegenstände bisher nicht. Daher erlauben Studien zu hormonartigen Wirkungen im Großen und Ganzen keine gesundheitliche Bewertung, die über die bereits bestehenden Bewertungen auf der Grundlage von tierexperimentellen Daten zur (sub)chronischen Toxizität und/oder zur Reproduktionstoxikologie hinausgeht. Bisphenol A (BPA) ist eine Industriechemikalie, die als Ausgangssubstanz für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet wird. Aus Polycarbonat werden unter anderem Babyfläschchen und Trinkbecher hergestellt und die Innenbeschichtung von Konservendosen.

BPA gehört zur Gruppe von Substanzen, die ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirken können. Im menschlichen Körper wird BPA schnell in ein Stoffwechselprodukt umgewandelt, das keine östrogene Wirkung mehr hat und über die Nieren ausgeschieden wird. BPA kann in geringen Mengen aus Innenbeschichtungen von Konservendosen, aus Polycarbonatbabyfläschchen (Trinkflaschen, Babyflaschen) aber auch aus Babyschnuller sowie aus Thermopapier (z.B. Kassenrollen, Kassenzettel) freigesetzt werden und auch auf Lebensmittel übergehen (Migration). Nach den vorhandenen Migrationsdaten dieser Produkte nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher, einschließlich Kinder, deutlich weniger auf als die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI: 0,05 Milligramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht), die von welcher Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgesetzt wurde. Auch die vom Umweltbundesamt (UBA) erhobenen Daten zur BPA-Konzentration im Urin von Kindern zeigen, dass der TDI-Wert für BPA sehr deutlich unterschritten wird. Die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) stärkt die Eigenverantwortung der Chemieindustrie. Unternehmen, die Bisphenol A herstellen oder verwenden sind verantwortlich, die Risiken von Bisphenol A über den gesamten Lebenszyklus zu bewerten und eventuelle Risiken zu mindern.

Die Substanz Bisphenol A (BPA), die kein sog. Weichmacher ist, ist in Produkten aus Polycarbonat (z.B. Schalen-Reisekoffer) enthalten. Sie ist im Herstellungsprozess von Polycarbonaten eine Basischemikalie. So findet sie sich auch dazu in Plastik-Besteck -und Geschirr, in Behältern und Flaschen für Lebensmittel und Getränke. Auch für die Herstellung von Innenbeschichtungen für den Korrosionsschutz bei Getränke- und Konservendosen (Epoxidharze) wird Bisphenol A eingesetzt. Eine weitere Quelle für den Kontakt zu Bisphenol A sind Thermopapiere, auf die beispielsweise Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets gedruckt werden. Wir haben ersichtlich, dass Bisphenol A das am häufigsten eingesetzten Chemikalien in der Kunststoffindustrie weltweit ist. Es wird Bisphenol A überwiegend als verbliebener Produktions-Rest im verbrauchernahen Produkten freigesetzt und kann dann vom Menschen über Mund und auch Haut in den Körper aufgenommen werden. Im Januar 2015 hat die Europäische Behörde (Agentur) für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Parma, ein neues Gutachten zur Bewertung der Gesundheitsrisiken durch die Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen (wie Behälter aus Polycarbonat und Konservendosen mit Innenbeschichtungen aus Kunstharzen) publiziert.

Für die Polycarbonaterzeugung werden etwa 65 Prozent der weltweiten Produktion von Bisphenol A verwendet. Weitere 30 Prozent reingehen die Herstellung von Epoxidharzen (Lacke, Beschichtungen, Kleber). Woran erkenne ich, ob ein Kunststoff BPA enthält? Polycarbonat ist ein klarer, relativ stabiler und bruchfester Kunststoff, der bis 145°C temperaturbeständig und gegenüber vielen Säuren und Ölen widerstandsfähig ist. Viele (transparente) Haushaltsgeräteteile, Schüsseln für Lebensmittel, hitzebeständige Flaschen wie Babyflaschen und mikrowellengeeignete Kunststoffprodukte sowie CD-Hüllen und Lebensmittelverpackungen enthalten Polycarbonat. Auf dem Gegenstand oder der Verpackung kann die Abkürzung „PC“ für Polycarbonat eingeprägt oder aufgedruckt sein. Der Aufdruck ist aber keine Pflicht: Bisphenol A nicht zwingend gekennzeichnet werden. Die Ziffer 7 als Recyclingcode (Bezeichnung für „andere“ als die mit den Ziffern von 1 bis 6 angegebenen Kunststoffe) gibt einen Hinweis, dass auch Polycarbonat im Produkt enthalten sein kann. Bisphenol A ist ebenfalls der Ausgangsstoff für Epoxidharze, die zugleich in Klebern, Oberflächenbeschichtungen, Nagellack, Innenbschichtungen von Getränke- und Konservendosen verwendet werden. Ansonsten wird ein weiterer, kleinerer Teil der BPA-Produktion für Flammschutzmittel, ungesättigte Polyesterharze, Polyacrylate, Polyetherimide und Polysulphonharze sowie andere Anwendungen wie Bremsflüssigkeiten, als Hilfsmittel für den Pestizideinsatz und als Entwickler auf Thermopapier verwendet. Ist in PET-Flaschen BPA enthalten? Forscher der Universität Frankfurt Unterricht geben einer Studie (März 2009) auch in Mineralwasser, das in PET-Flaschen abgefüllt war, hormonell wirksame Substanzen wie Bisphenol A nachgewiesen. Es lassen sich daraus aber keine Rückschlüsse auf die PET-Flaschen als Verursacher ziehen. Man geht davon aus, dass Bisphenol A und andere Chemikalien bereits vorher (durch andere Kunststoffbehälter) ins Wasser gelangen. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu dem Schluss: In PET-Flaschen ist kein Bisphenol A enthalten. Der Ursache des Eintrags östrogenartiger Substanzen solle allerdings nachgegangen werden.

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