Bisphenol-A

Polycarbonat begegnet uns in vielfältiger Weise im täglichen Leben, da es sehr gute Gebrauchseigenschaften aufweist. Der Kunststoff ist durchsichtig, gut beständig gegenüber Chemikalien und erhöhten Temperaturen und sehr bruchfest. Aus Polycarbonat werden beispielsweise CDs, DVDs, Kunstglas (z.B. für Lichtdächer und Lichtkuppeln), Motorradhelme, Autoteile, Armaturen, Medizingeräte, Haushaltsgegenstände, Mikrowellengeschirr, Getränkeflaschen und auch Lebensmittelbehältnisse hergestellt. Das Interesse der Medien gilt besonders den aus Polycarbonat hergestellten Babyflaschen. Diese sind vom Gewicht her recht leicht, können vom Baby selbst durchgehen und sie sind unzerbrechlich. Die Kritik bezieht sich auf die Freisetzung sehr geringer Mengen von Bisphenol A aus solchen Plastikflaschen. Inzwischen ist der Verkauf dieser Babyflaschen verboten worden. Diese finden als Kleb-, Lack- und Gießharze Verwendung. Beispielsweise sind Getränke- und Konservendosen, aber auch Lagertanks für Wein innen mit Epoxidharzen beschichtet, um eine Korrosion zu verhindern. Auch Trinkwasserleitungen können im Verlauf einer Rohrsanierung („Relining“) mit Epoxidharzen ausgekleidet sein. 70 Celsius) auf; in der Kälte Leitungswasser kommt Bisphenol A nicht vor. Neben seiner Verwendung zur Herstellung von Polycarbonat und Epoxidharzen wird Bisphenol A auch als Additiv (Zusatzstoff) eingesetzt: als Farbentwickler von Thermopapier für Faxgeräte oder Kassenbons, als Zusatz zu PVC-Kunststoffen und in Bremsflüssigkeiten.

Wie die Presse berichtet – Über BPA wenig bekannt

In der Presse wurde unlängst darüber berichtet, dass Thermopapier, wie es in Kassenbons verwendet wird, bis knapp 2% des Weichmachers/Chemikalie Bisphenol A enthalten kann. Allerdings ist heute wenig darüber bekannt, wie viel von dem auf der Haut abgelagerten Bisphenol A schliesslich durch die Haut dringt und in den Organismus gelangt. Eine kürzlich veröffentliche Studie mit Schweinehaut als Modell hat gezeigt, dass innerhalb von 2 Stunden nur etwa 3% der Menge aufgetragener Substanz durch die Haut dringt (Referenz). Die Resultate dieser Studie lassen vermuten, dass kaum Bisphenol A in die Zirkulation gelangt. Die dermale Aufnahme, also die Aufnahme durch die Haut, ist demnach höchstens ein Nebenaufnahmeweg für Bisphenol A. Der Hauptaufnahmeweg bleibt derjenige über die Nahrung. Über diesen Weg gelten heute bei Erwachsenen rund 10.000-fach höhere tägliche Gesamtmengen von Bisphenol A als unbedenklich. Diese Zahl basiert auf der Annahme, dass nach Handhabung eines Kassenbons bis 10% der auf der Haut wiedergefundenen Menge von 2 Mikrogramm Bisphenol A durch die Haut dringen und in die Zirkulation gelangen würden, also maximal 0.2 Mikrogramm. Dem steht der international und in der Schweiz anerkannte Grenzwert einer tolerierbaren maximalen täglichen Einnahme (via Nahrung) von 50 Mikrogramm Bisphenol A pro kg Körpergewicht gegenüber, also 3.000 Mikrogramm Bisphenol A alle tage. Das Risiko einer toxischen Wirkung von Bisphenol A auch nach ständiger Handhabung von Kassenbons, wie z.B. durch Kassenpersonal in Warenhäusern, kann demnach als gering bekannt für. Die oben gemachten Aussagen beziehen sich nur auf die Hautaufnahme von Bisphenol A aus Kassenbons. Die Aufnahme von Bisphenol A aus anderen Quellen, z.B. durch die Nahrung oder via Babyflaschen, sowie die Belastung der Umwelt sind gesondert zu beurteilen. Es gibt anzumerken, dass die Langzeiteffekte und die Dosis, bei welcher Wirkungen auf den menschlichen Organismus auftreten, nicht definitiv geklärt sind und von Wissenschaftlern fraglich.

Biphenol A auf EU-Liste der gefährlichten Chemikalien

Die Umweltorganisation hat 26 Produkte aus dem Supermarkt untersuchen lassen. Wie groß die Gefahr für die Gesundheit ist, erforscht Prof. Karin Michels schon längst, erst an der Elite-Uni Harvard, jetzt an der Uni Freiburg. Unzählige Urinproben hat sie mittlerweile auf Bisphenol A untersucht. Als erste Wissenschaftlerin wies sie so nach, dass sich die Konzentration der Chemikalie durch Nahrung aus Konserven enorm erhöht. Seit Anfang 2017 befindet sich Bisphenol A deshalb auf der EU-Liste der gefährlichsten Chemikalien. Bisphenol A sei ein „hormonell wirksamer Stoff“ mit „möglicherweise gravierende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit“. Er soll die „Fortpflanzung schädlich beeinflussen“. Die gesundheitlichen Folgen seien „dauerhaft und unumkehrbar“. Wegen dieser Gefahren forderte das EU-Parlament schon 2016 die Chemikalie in Lebensmittelverpackungen vollständig zu verbieten. Doch statt einem Verbot sollen jetzt lediglich die Grenzwerte abgesenkt werden. Damit darf weniger Bisphenol A ins Lebensmittel übergehen. Eine Entscheidung, die die Gefahr nicht bannt. Wieso also wurden nur die Grenzwerte abgesenkt und die Chemikalie nicht komplett verboten, so wie es das Parlament schon 2016 gefordert hatte?

Chemie und Verwendung

Die chemische Formel von Bisphenol A ist: 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)-propan. Es entsteht aus der Reaktion von 2 Phenolen und Aceton (daher das A). Die Industriechemikalie wird als Ausgangssubstanz für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet. Die Substanz kann in Gegenständen aus Plastik enthalten sein. Problematisch sind solche Produkte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Beispiele sind Babyfläschchen, Trinkbecher, Plastikgeschirr oder auch die Innenbeschichtung von Konservendosen. Bisphenol A kann gesundheitsschädliche Wirkungen nur dann auslösen, wenn ein Übertritt aus den oben genannten Gegenständen des täglichen Gebrauchs in Lebensmittel und Getränke erfolgt. Eine deutlich erhöhte Belastung wurde bei Kassiererinnen in Supermärkten durch einige Arten von Thermopapier, die BPA enthielten, festgestellt. Über dieses Thermopapier kann der Stoff direkt über die haut ins Blut diffundieren. Hormonelle Einflüsse zufolge “endokriner Disruptoren“, darunter versteht man Substanzen mit hormonähnlichen Wirkungen, die den Sexualhormonaushalt stören. Eine erhöhte Dosis von BPA kann eine gestörte Entwicklung der Sexualorgane bewirken und folgende Beeinflussen: Störungen der männlichen Sexualfunktion (Libidoverlust, Unfruchtbarkeit).

BPA (kurz für Bisphenol A)

Ist ein Weichmacher in Kunststoffen und Harzen. Wir haben in vielen Alltagsgegenständen wie Trinkflaschen, Lebensmittelbehältern oder Kunststoffgeschirr enthalten. Allerdings wirkt es auf den menschlichen Hormonhaushalt – und sollte deshalb vermieden werden. Produkten kein Bisphenol A enthalten ist. Wofür wird BPA verwendet? Die Chemikalie Bisphenol A wurde bereits in den 1960er Jahren überdies zur Herstellung von Kunstharzen, Polyester, Bonrollen, Polycarbonaten und weiteren Kunststoffen verwendet. Die wirtschaftliche sowie technische Bedeutung von Bisphenol A ist enorm: Kunststoffe auf der Basis von BPA sind sehr leicht, äußerst formstabil und transparent. Auch lassen sie sich gut färben. Außerdem wird BPA als Weichmacher eingesetzt. Dadurch werden Materialien geschmeidiger, flexibler und dehnbarer. In welchen Produkten kann BPA enthalten sein? Produkte aus Kunststoff spielen im täglichen Leben noch immer – bzw. mehr als jemals zuvor – eine Rolle. Die Chemikalie BPA kann (dazu!) in Plastikprodukten, auf der Innenseite von Getränke- und Konservendosen, aber auch in Fahrkarten oder Parktickets vorkommen.